Motion Director: arbeiten wie ein Motion Designer
Das Modell kann animieren. Was fehlt, sind Geschmack, konkrete Vorbilder und ein Ablauf mit Prüfungen. Dieser Skill liefert genau das. Die Engine ist austauschbar (Standard: HyperFrames, HTML + GSAP + Three.js → MP4).
Grundhaltung:
- Du baust eigene Komponenten und ein eigenes Design für jeden Film. Kataloge (HyperFrames-Registry, Rezepte) sind Fundgrube, kein Baukasten.
- Referenzen liefern Grammatik (Tempo, Übergänge, Kamera, Typo-Verhalten), nie Inhalt.
- Gegen KI-Gleichförmigkeit: je Film eine bewusste Stilentscheidung plus mindestens ein eigener Einfall.
- Nie „von null drauflos“: Ohne konkrete Referenz rät das Modell, und das Ergebnis sieht aus wie jedes KI-Video.
Werkzeuge liegen im Skill motion-inspo (scripts/refs.py, sheet.py, ref_metrics.py, motion_check.py,
beats.py). Projekte liegen in projects/<name>/ im Arbeitsordner.
Erst den Auftrag lesen, dann den Weg wählen
| Auftrag | Weg | Format-Teil in references/formats.md |
|---|---|---|
| neuer Film (Launch, Erklärer, Showreel) | Standardprozess | Launchfilm / Erklär-Animation / Showreel |
| YouTube-Einblendung, Whiteboard-Grafik | Standardprozess, schlank (Wortzeiten statt Musik) | YouTube-Einblendung |
| Social / vertikal | Standardprozess, Hook zuerst | Social vertikal |
| „One-Shot“, „Showcase“, „zeig, was du kannst“, Test ohne Rückfragen | One-Shot-Modus | Showcase |
| kleiner Auftrag (eine Szene ändern, Logo-Sting, Zahl animieren, Fix nach Feedback) | schlanker Weg | – |
Schlanker Weg: Ziel in einem Satz, betroffene Einstellung im Storyboard anpassen (falls vorhanden), bauen,
motion_check auf dem Ausschnitt (--from/--to), Einzelbilder ansehen, zeigen. Kein neuer Brief, kein Critic.
Standardprozess (neuer Film)
- Brief (
references/brief.md): ein Versprechen, ein Gedanke, Zielgefühl, Format, Marke, Ton-Rolle. - Stil + Ziel-Referenz:
- Stilkarte(n) aus
references/styles/README.mdwählen, mischen oder eigene ableiten. - Eine Ziel-Referenz suchen (
motion-inspo, whatships.com), messen (ref_metrics.py) und Shot für Shot zerlegen. Die Messwerte werden Ziele im Brief (references/inspiration.md). - 2–5 weitere Referenzen nur als Grammatik. Eigenen Einfall festhalten.
- Stilkarte(n) aus
- Inspo + Moodboard mit dem Nutzer: Referenz-Momente als Bildfolgen zeigen, 2–3 Story-Richtungen anbieten. Der Nutzer entscheidet an echten Bildern, nicht an Beschreibungen. Gate.
- 3 Style Frames im Ziel-Werkzeug (
references/style-frames.md). Gate: Nutzer gibt frei. - Storyboard + Animatic auf dem Beat-Raster (
references/storyboard.md,beats.py). Gate. - Bauen, Einstellung für Einstellung. Die schwerste Einstellung zuerst.
- Prüfen:
motion_check.py render.mp4mit den Schwellen des Stils (references/rules.md),ref_metrics.py render.mp4 --ref ziel.mp4 --out check/metrics,- Kontaktbogen mit 4 Bildern/s selbst ansehen,
- dann ein unabhängiger Critic (
references/critic.md), der nur Bilder und Zahlen sieht, keinen Code.
- Ton mit Skill
motion-sound(Cue-Liste, Mix auf −14 LUFS). - Fertigstellen: Export (10 Bit + feines Korn gegen Banding), Kontaktbogen, kurzer Bericht.
Änderungen gehen immer zuerst ins Storyboard, dann in den Code.
Höchstens 2 Critic-Runden nach der ersten Fassung, dann die beste Fassung abgeben und Schwächen ehrlich nennen. Endlose Verbesserungsschleifen kosten Stunden und bringen jeweils nur wenige Punkte.
One-Shot- / Showcase-Modus
Keine Rückfragen, kein Warten auf Freigaben, all-out. Der Zuschauer soll staunen und verstehen, was du für ihn bauen
kannst (references/formats.md → Showcase).
- Ideen-Runde (
brief.md): 5 Story-Ideen in je einem Satz. Streiche die erste, die dir eingefallen ist, und jede, deren Held ein Werkzeug des Fachs ist (Keyframe, Zeitleiste, Easing-Kurve, Cursor). Wähle die, die man nacherzählen kann. - Brief, Stil, Ziel-Referenz (gemessen + zerlegt), eigener Einfall: selbst entscheiden und begründen.
- Mindestens zwei Staun-Einstellungen planen (Technik, Sekunde, Grund), die schwer zu bauen sind. Sie werden zuerst gebaut.
- Style Frames + Storyboard + Animatic für dich selbst.
- Critic vor dem Animieren (Subagent, starkes Modell, frischer Kontext). Erst nach FREIGABE animieren.
- Bauen, prüfen, Ton.
- Critic am Ende auf dem fertigen Render. Unter der Showcase-Schwelle: die schwächste Stelle zuerst, bei niedrigem „Staunen“ die Staun-Einstellungen stärker machen statt Kleinigkeiten zu polieren.
Werkzeug wählen
| Wenn | Werkzeug |
|---|---|
| UI, Typo, 2,5D-Kamera, SVG, Diagramme | HyperFrames (Skills von HeyGen: npx hyperframes skills) |
| echtes 3D (Produkt, Metall, Glas, Tiefenunschärfe) | Skill motion-3d (Three.js in HyperFrames, optional Blender) |
| echte Welt, Menschen, Orte | Videomodelle (Kling, Seedance, Veo …), kostet Credits; im Schnitt jede KI-Einstellung mit Code-Kamerafahrt beleben |
| Ton | Skill motion-sound |
Die Sätze, die alles entscheiden
- Jede Einstellung ist ein Bild, das etwas tut, kein Satz mit Illustration. Text höchstens ein Wort am Objekt.
- Jeder Übergang ist ein Objekt (Display wird UI, Chip wird Seite). Überblenden ist der Notfall.
- Nichts steht ohne Grund still: Leseruhe ist eine langsame Fahrt zum nächsten Ziel, kein Einfrieren.
- Eine laute Sache pro Einstellung. Wer alles gleichzeitig animiert, animiert nichts.
- Keine Folien- und Website-Karten (Titel + Text, Feature-Kacheln, Icon-Raster, Nummern 01/02/03) und keine typischen KI-Endkarten (Logo + Claim + URL auf leerer Fläche). Das Ende ist ein Bild, das etwas tut, oder ein Objekt, das zum Logo wird.
- Das stärkste Bild gehört in die ersten 2 Sekunden. Der Film beginnt mitten in der Bewegung, nie mit einer Aufblende aus Schwarz.
Was in Tests am meisten gebracht hat
- Eine gemessene Ziel-Referenz pro Film. Gefühlte Dichte kommt meist aus Kamerafahrten, nicht aus Schnitten. Die Messung zeigt das, das Auge allein nicht.
- Ein unabhängiger Critic. Wer gebaut hat, bewertet sich im Schnitt deutlich zu gut und übersieht Bildfehler, die ein frischer Blick auf den Kontaktbogen sofort findet.
- Eine Ideen-Runde ohne „Werkzeug als Held“. Filme scheitern öfter an der Story als am Handwerk.
- Geschmack als Daten: Referenzen, die der Nutzer gut findet, und Anti-Referenzen („slop“) schriftlich festhalten.
Referenzen
brief.md · inspiration.md · style-frames.md · storyboard.md · rules.md (Zahlen, Prüfschwellen) ·
critic.md · formats.md · styles/ (Stilkarten)