Ein Bild-Prompt erstellen
Zweck: Einen Wunsch in einfacher Sprache in einen Prompt umwandeln, der Motiv, Stil und Technik trennt, in einem Durchgang.
Basiert auf fokus-KI, „Prompts für KI-Bilder“ (April 2026), erweitert um die Grenzen der hier tatsächlich verwendeten Modelle (Z-Image-Turbo, FLUX.2 Klein, SDXL).
Wann laden
- „Erzeuge ein Bild von …“, „Schreib mir einen Prompt für …“
- Ein Ergebnis passt nicht und der Prompt muss geschärft werden
- Vor dem ersten Bild, wenn die Anfrage nur ein Motiv nennt
Nicht im Scope: Einstellungen und Tool-Auswahl (der Generation-Skill), Speicherung in einem Tresor (der Assets-Skill), Grafiken aus SVG.
Die sechs Bausteine
Die Reihenfolge ist wichtig: Das Modell gewichtet den Anfang stärker. Motiv vor Stil, Stil vor Technik.
| # | Baustein | Frage | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1 | Bildtyp | Foto, Illustration, 3D, Gemälde? | photorealistisch, flache Vektorillustration, 3D-Render |
| 2 | Hauptmotiv | was genau, mit welchen Merkmalen? | tabby-Katze, grüne Augen, schaut nach oben |
| 3 | Umgebung | wo, mit welchen Requisiten? | Fensterbrett, unscharfer Garten dahinter |
| 4 | Zeit / Licht | Tageszeit, Jahreszeit, Lichtquelle | früher Morgen, warmes Seitenlicht von links |
| 5 | Stil | Künstler, Epoche, Stimmung, Farbpalette | im Stil von Gustav Klimt, Goldtöne, ruhig |
| 6 | Technik | Perspektive, Detailgrad, Komposition | Nahaufnahme, geringe Tiefenschärfe, Drittel-Regel |
Regel: 1 und 2 sind Pflicht, 3–6 sind optional. Alle sechs zu füllen, wenn die Anfrage es nicht hergibt, ergibt ein beliebiges Bild. Vier konkrete Bausteine schlagen sechs vage.
Vorlage
<Bildtyp> von <Motiv mit 2–3 Merkmalen>, <Umgebung>,
<Licht>, <Stil/Stimmung/Farben>, <Perspektive/Detail/Komposition>
Beispiel:
Fotorealistisch: traditionelles japanisches Teehaus neben einem stillen Teich, blühende Kirschbäume, sanftes Spätnachmittagslicht, warme Erdtöne, leicht erhöhte Perspektive, Spiegelungen im Wasser, ruhige meditative Stimmung.
Ein Satz, kein Haufen von Schlüsselwörtern. Zeichensetzung und Kommas reichen zur Gewichtung; Klammern, :: und --ar werden von keinem der drei Modelle verstanden.
Länge und Sprache
- Kern 15–50 Wörter. Längeres verwässert: Die Aufmerksamkeit verteilt sich auf Nebensätze statt auf das Motiv.
- Englisch ist der sichere Standard. Stilbegriffe (
golden hour,volumetric light,shallow depth of field) und Künstlernamen sind in den Trainingsdaten überwiegend englisch; Übersetzungen verfehlen oft die Nuance. - Deutsch funktioniert mit mehrsprachigen Text-Encodern für Motive und räumliche Beschreibungen. Bei SDXL- oder FLUX-Klasse-Modellen im Zweifel übersetzen – ein deutscher Stilbegriff kann dort verpuffen.
- Nicht mischen. Ein halb deutscher, halb englischer Satz kostet Konsistenz. Eine Sprache pro Prompt.
- Offen: Deutsch gegen Englisch bei gleichem Seed ist mit diesen Modellen noch nicht gemessen. Bis dahin ist Englisch die Voreinstellung; wenn ein deutscher Prompt deutlich schlechter abschneidet, zuerst die Sprache ändern, nicht die Schrittanzahl.
Negative Prompts: nur wo das Feld existiert
| Tool-Familie | Negativer Prompt | Ansatz |
|---|---|---|
| SDXL | ja | Wünsche dort sammeln: text, wasserzeichen, extra finger, unscharf, deformiert |
| Z-Image, FLUX | nein | Verneinung positiv umformulieren: „kein Text“ → saubere Oberfläche ohne Beschriftung |
Ein „kein …“ im positiven Prompt wirkt oft als Einladung: Das Modell liest das Nomen, nicht die Verneinung.
Iteration: eine Variable pro Durchlauf
- Erster Durchlauf mit niedriger Schrittanzahl, Seed notieren.
- Erkenntnis benennen, das Bild nicht neu beschreiben: „Dampf fehlt“ ist eine Erkenntnis, „sieht nicht gut aus“ ist es nicht.
- Genau eine Änderung – eine Motiv-Ergänzung, den Stil oder die Schritte. Den Seed behalten, sonst ist der Vergleich wertlos.
- Zweiter Durchlauf erst bei sichtbarem Fehler. Kein Schubsen auf Verdacht.
- Für feine Details (Dampf, Rauch, Beschriftung) zuerst die Schrittanzahl erhöhen, nicht den Prompt verlängern.
Was Modelle nicht zuverlässig können
| Wunsch | Realität | Ausweg |
|---|---|---|
| lesbarer Text im Bild | Buchstaben lösen sich auf, besonders unter sechs Zeichen | Text nachträglich setzen (SVG, Layout-Tool) |
| Hände, Finger, Zähne | Anzahl und Form sind oft falsch | Hände wegschneiden |
| exakte Anzahl („drei Kerzen“) | mal zwei, mal vier | Anzahl im Bild prüfen, sonst Seed ändern |
| Epoche („1750“, „Edo“) | Jahre sind kein Merkmal – der Hintergrund bekommt Stromleitungen, Metall- und Solardächer, Beton | Epoche über Materialien setzen: jedes Dach mit Reisstroh oder dunklen Zedernschindeln gedeckt, handbehauene Holzpfosten, unbefestigte Straße |
| Markenlogo, echtes Gesicht | unscharf oder verzerrt | nicht darauf abzielen; Rechte und Persönlichkeitsrechte |
| „4K“, „16:9“ im Satz | wird als Stilwort gelesen, nicht als Maßangabe | width/height im Tool setzen |
Checkliste vor dem Absenden
- Ist das Motiv innerhalb der ersten zehn Wörter?
- Sind Bildtyp und Stil getrennt genannt (nicht „ein schönes Bild“)?
- Höchstens ein Stilbegriff und eine Lichtrichtung – oder bewusst zwei?
- Keine Verneinung im positiven Prompt?
- Unter fünfzig Wörter, ohne Zahlen, die das Tool bereits setzt?
- Eine Sprache durchgängig?
Fehlermodi
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Motiv fehlt, Landschaft dominiert | Umgebung zuerst oder zu lang | Motiv nach vorne ziehen, Umgebung auf fünf Wörter kürzen |
| Bild wirkt beliebig, „Stockphoto“ | nur Adjektive, kein Stil | einen konkreten Stil oder Künstler nennen |
| Alles scharf und flach | keine Perspektive, kein Licht | Nahaufnahme oder leicht erhöht plus eine Lichtrichtung |
| Farben driften | zwei Stilrichtungen konkurrieren | eine Palette, ein Stil |
| Text erscheint als Gekritzel | Textwunsch im Prompt | entfernen, Text nachträglich setzen |
| Ergebnis ändert sich trotz kleiner Änderung stark | Seed oder Schrittanzahl geändert | Seed fixieren, Schritte konstant halten |
| Strommast, Leitungen oder Solardach im Hintergrund | ein Jahr steuert keine Epoche; das Modell füllt Infrastruktur aus dem Training | Materialien positiv vorgeben (jedes Dach mit Reisstroh oder dunklen Zedernschindeln gedeckt, handbehauene Holzpfosten), nicht „keine Stromleitungen“ – und den Hintergrund prüfen, nicht nur das Motiv |